Die Rasse

Der Name Pfauenziege entstand aufgrund eines Schreibfehlers: Er rührt von den Pfaven her, den seitlichen, schwarzen Bändern der Kopfzeichnung. 

In alten Beschreibungen fallen Namen wie Prättigauerziege, grauschwarze oder grau-schwarz-weiße Gebirgsziege, halbetscha, Halbweiße, razza naz (Tessin) oder Colomba (Bergell). Pfaven- und später Pfauenziege setzte sich schließlich durch.

Ende 19. Jh. deckt sich die Schilderung der Prättigauer Ziege bereits weitgehend mit der heutigen Pfauenziege. Anfang dieses Jahrhunderts tauchen die ersten Bilder der Pfauenziege auf. Die vordere Körperhälfte war aber noch öfters grau als schneeweiß gefärbt. Damals schon wird von einer stattlichen Ziege berichtet und die Züchter waren mit der Milchleistung sehr zufrieden.

Der Bestand ist bedenklich gefährdet. Im Zuge der Rassenbereinigung von 1938 wurde die Pfauenziege als nicht förderungswürdig betrachtet und gewissermaßen zum Verschwinden verurteilt.

Anfang der achtziger Jahre wurden in Graubünden nur noch rund 10 Züchter, davon die Hälfte mit weniger als 5 Ziegen gezählt. Bündner Züchter und Experten erkannten die Gefahr des Aussterbens dieser Rasse. Es schien aber bereits zu spät zu sein, da viele Halter ihre Ziegen verkauften. Verstreut über die ganze Schweiz hat sie aber bis heute überlebt.

Die Pfauenziege liebt gut strukturierte und kräuterreiche Weiden, klettert gerne und mit Leichtigkeit. Pfauenziegen sind robust, widerstandsfähig und marschtüchtig. Es sind eher große, schwere Ziegen. Die Lämmer haben einen guten Zuwachs. Sie erbringt bei bescheidenen Futteransprüchen eine akzeptable Fleischleistung.

Die Böcke haben kräftige, lange, oft weit ausladende Hörner. Charakteristisch für die Pfauenziege ist die spezielle Zeichnung: Die vordere Körperhälfte ist vorwiegend weiß mit schwarzen Stiefeln; schwarz sind auch die Pfaven, Hinterkopf und Maul; die hintere Körperhälfte ist vorwiegend schwarz, mit weißen Oberschenkeln, weißen Flanken- und Oberschenkelflecken und einem weißen Schwanz.

Man trifft diese alte Gebirgsrasse vorwiegend im Kanton Graubünden und im oberen Tessin an, wo sie oft als Leitziege in Verzasca-Herden eingesetzt wird. Auch in Deutschland existiert ein kleiner Bestand bei vereinzelten Züchtern.

Rassestandard Ziegenbock Ziege
Widerristhöhe 75 - 85 cm 70 - 80 cm
Mindestgewicht 65 - 85 kg 50 - 60 kg
Durchschn. Milchleistung über 2.5 Jahre   349 kg
Durchschn. Laktationsdauer   232 Tage

(Quelle: SCHWEIZERISCHER BAUERNVERBAND)

 

Aus Eigener Erfahrung:

Nach über 15 Jahren Walliser Schwarzhalsziegenzucht, kam 2006 das erste Pfauenziegenpaar in unsere Herde. Ganz anders als die Walliser, bei welchen man als Besitzer stets das Gefühl hat Bediensteter zu sein, sind die Pfauenziegen dem Menschen sehr zugetan und akzeptieren selbigen als "Leittier". In der Haltung sind die Pfauen pflegeleicht. Das kurze seidige Fell macht ständiges Kämmen überflüssig. Klauenkrankheiten sind sehr selten und das obwohl die Tiere das ganze Jahr draußen gehalten werden. Auch im Winter reicht ein Unterstand, (3 Seiten geschlossen, bzw. Bauwagen mit Stroheinstreu) welcher nur selten in Gebrauch genommen wird. Die Pfauenziegen sind vorbildliche Mütter mit einer angenehmen Milchleistung. Sicherlich könnte man bei einer höheren KF Zugabe Milch zum Käsen abzwacken, aber soweit sind wir noch nicht. Wir achten auf gute Euter;- und Zitzenform. Mastitis o. a. Euterentzündungen hatten wir in den Jahren noch nicht.

Im Sommer steht Weidegang auf dem Plan. Wir hüten verschiedene Landschaftsschutzgebiete aber auch Intensivweiden. ( In Euronetzen 106cm Höhe) Im Winter gibt es neben Heu noch Möhren in die Krippe. Im letzten Drittel der Trächtigkeit erhalten die Ladies ein Zubrot bestehend aus Melasseschnitzeln und Quetschgerste. Das Menü bleibt den Damen je nach Verfassung bis zum Absetzen der Lämmer erhalten. Regelmäßige Wurmkuren und Klauenpflege sind selbstverständlich.

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